Jetzt aber wirklich.

Das war ja nun wirklich nicht einfach: Da schneidet frau mit zittrigen Händen nach Gutdünken zum ersten Mal die Rosen und zwei Tage später schneit’s. Und weil das nicht dramatisch genug ist, graupelt’s paar Tage lang jeden Tag heftigst drauf.

Wie’s scheint, haben wir was gemeinsam, mein erster Rosenbusch und ich: Wir beide überleben einfach, weil warum nicht.

Die Harlekinweiden hatten auch nur schwarze Spitzen auf den zarten Blättchen, scheinen aber sonst überleben zu wollen: meine Schneidekunst und den Wintereinbruch. Chapeau!

Unsere Vögel haben allmählich begriffen, dass es bei uns Woche für Woche feines Fressi gibt. Dafür haben wir jeden Tag feinstes Vogelkino an zwei Ecken – nicht schlecht, für Hobby-Ornithologen. Das zweite Futterhäuschen habe ich in der Korkenzieherhasel versteckt, um noch mehr Spaß zu haben: Vögel, die um die Haselkorkenzieher rum rennen, um ihre Mahlzeiten einzunehmen.

Auf jeden Fall fange ich aber allmählich mit der richtigen Gartenarbeit an: Buchsbaumkugeln rund schneiden, Dekormulch streuen, Unkraut aus Plattenfugen entfernen, Stiefmütterchen dabei verschonen…

Sicher, bisschen retro sieht’s bei uns schon noch aus. Aber bevor wir Änderungen einführen, wollen wir erstmal schauen, was eigentlich da ist und wie es funktioniert. Und erst dann schneide ich mir eine Buchsbaumgitarre vor der Tür und male die Steine blau an weil Kunst.

Und da ich die heilige Kunst des Wartens praktizieren will: mal schauen, wann wir die beiden Kevine verpflanzen können, wann der Löwenzahn gesät werden kann, ebenso die Bienenweide. Erstmal brauche ich einwandfreie Nachweise des Frühlings, dass er sich in unseren Gefilden niedergelassen hat und nicht nur bisschen vorbei schaut, ob alles für die Tante Winter bereit ist.

Da kann ich ja gar nicht zugeben, dass ich schon fürchterlich ungeduldig bin und meinen Hipster-Rasenporsche ausprobieren möchte. Bericht folgt.


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