Category Archives: Because I’m A Girl

Thin hair, don’t care!

Let me just start with a fact that contains no exaggeration whatsoever this time: I have been forgetting my hair for 2 or more years now. I just wash it twice a week, put in hair rollers in 2 strategic places and let it dry, then I simply make a ponytail and that was that. For years, as I said.

Were this a glossy mag or something, I could now continue by telling you about the miracles my hair has conjured up while being unobserved and seldom trimmed. Well, this being the Real Life: it didn’t. It just grew, all thin and curly as always, it fell out again, it has been turning grey and I do not intend to do anything about it and that’s all.

I still feel I should show some appreciation, since my hair has never been longer, so here’s a photo of it, still wet and while I am creating a fake length by leaning backwards – to introduce some much needed exaggeration here (Drama, baby, drama!):


The Times, They Aren’t a-Changin. Alas.

Sometimes I just do it: I assume all my troubles started in the Neolithic period.

You see, this was a time when people sat down and liked it. So they thought “Oh, I could get used to sitting here every day”, which is why they invented farming, domesticated animals and settled in permanent places. Jep, I blame it all on the Neolithic Revolution.

Life wasn’t a piece of cake back then, it is known. Apart from the troubles that simply went along and settled down, too, there were many new problems to deal with: diets with loads of unhealthy carbohydrates, increased body fat, rapid spreading of diseases … you know, the stuff our life is made of.

While your average scientist would probably hang me for simply stating this, as it is a highly controversial topic, I assume people in those Neolithic villages, towns and cities soon became very modern and started to have eyes only for their neighbors. And if those neighbors had a better hut, a sharper knife or a larger piss pot, they caused one to feel all kinds of strange and unpleasant feelings. In short, I am assuming here people soon concentrated on other people and nothing has been the same ever since. Nor better, if you ask me.

I could sit here writing for years to let you know what exactly makes me dislike the general fact that people tend to be only/mostly interested in their own status as compared to other people, but I just don’t care, do you?

Maybe a hint will do: when life on our planet requires us to concentrate on hard facts, we better do it, hard and fast and most of all, without checking our own status every second of it. This ability to deal with things other than Me and My Neighbors is something that one acquires during a process known as Growing up. Or should – this is what our planet is for.

The reason I am telling you about my Neolithic belief is this article about Brian Cox saying if Earth is lost, our galaxy would lose its meaning. Because my first reaction upon reading it was “Well, be better next time you coincidentally produce meaning, Galaxy. Make sure it does not litter you and spend its time navel-gazing.”


Zeugin zäher Zeiten

Da ich auf so ziemlich alles neugierig bin, schaue ich mir die Bilder an, eins nach dem anderen. Ich stelle fest, dass Angela Merkel in den 16 Jahren sowohl im Dienst als auch zu feierlichen Anlässen eigentlich immer dasselbe trug. Das kann ich verstehen: immer dieselbe äußere Form. Fast. Wirklich.

Bin zwar berühmt dafür, dass sich die lieben Umzugsmänner immer, aber wirklich jedes Mal über meine Klamotten- erm … -berge echauffieren, aber im Grunde genommen sehne ich mich nur nach ein paar wenigen Sachen: fließendes schwarzes Kleid, blaue Jeans, weißes Shirt und Karorock oder auch -kleid. Sneaker. Alle anderen Kleidungsstücke, die ich mein (und mein und mein und mein …) nennen darf, kann ich mir gar nicht erklären. Außer dass mir mein Verantwortungsbewusstsein verbietet, passable Kleidung wegzuwerfen. Und natürlich, weil es schon noch Spaß machen könnte, mal was anderes zu tragen.

Da also auch nach dem Umzug alle meine Schränke voll sind, muss ich auf ein paar Tricks zurückgreifen, um mir überhaupt noch neue Stofflieblinge anschaffen zu können, und zwar nachdem ich schon meinen größten Schatz überzeugt habe, dass er weniger Schrankvolumen als ich braucht (kennt ja jeder: Mann, Frau, Schrank).
Es hat sich inzwischen herausgestellt, dass gebrauchte Kleidung für gebrauchte Kleidung tauschen tatsächlich unglaublichen Spaß macht. So komme ich an einige wertvolle Stoffjuwele, bei denen ich früher die Ausgabe gescheut habe, weil ich ja “nur zu Hause arbeite und die teuren Sachen nur im Schrank hängen würden” (wobei man das kaum noch “hängen” nennen konnte – ein passenderer Ausdruck, den ich hiermit der Welt zur freien Verfügung anbieten kann, wäre “sardinieren”).
Heutzutage tun in meinen Schränken tatsächlich hochwertigere Sachen tatsächlich hängen und eine Ausrede für diese Pracht habe ich auch schon parat: Bald gibt es in Norddeutschland ein kulturelles Leben zu entdecken und zu feiern und da brauche ich dann hoffentlich auch all die wunderbaren Wollblazer, die mich in den letzten zwei Jahren gefunden haben und wohl zu meiner Lieblingsgrundausstattung gehören (werden). Erst jetzt bin ich so weit, eine Blazerfrau zu werden, ja.


Jetzt aber wirklich.

Das war ja nun wirklich nicht einfach: Da schneidet frau mit zittrigen Händen nach Gutdünken zum ersten Mal die Rosen und zwei Tage später schneit’s. Und weil das nicht dramatisch genug ist, graupelt’s paar Tage lang jeden Tag heftigst drauf.

Wie’s scheint, haben wir was gemeinsam, mein erster Rosenbusch und ich: Wir beide überleben einfach, weil warum nicht.

Die Harlekinweiden hatten auch nur schwarze Spitzen auf den zarten Blättchen, scheinen aber sonst überleben zu wollen: meine Schneidekunst und den Wintereinbruch. Chapeau!

Unsere Vögel haben allmählich begriffen, dass es bei uns Woche für Woche feines Fressi gibt. Dafür haben wir jeden Tag feinstes Vogelkino an zwei Ecken – nicht schlecht, für Hobby-Ornithologen. Das zweite Futterhäuschen habe ich in der Korkenzieherhasel versteckt, um noch mehr Spaß zu haben: Vögel, die um die Haselkorkenzieher rum rennen, um ihre Mahlzeiten einzunehmen.

Auf jeden Fall fange ich aber allmählich mit der richtigen Gartenarbeit an: Buchsbaumkugeln rund schneiden, Dekormulch streuen, Unkraut aus Plattenfugen entfernen, Stiefmütterchen dabei verschonen…

Sicher, bisschen retro sieht’s bei uns schon noch aus. Aber bevor wir Änderungen einführen, wollen wir erstmal schauen, was eigentlich da ist und wie es funktioniert. Und erst dann schneide ich mir eine Buchsbaumgitarre vor der Tür und male die Steine blau an weil Kunst.

Und da ich die heilige Kunst des Wartens praktizieren will: mal schauen, wann wir die beiden Kevine verpflanzen können, wann der Löwenzahn gesät werden kann, ebenso die Bienenweide. Erstmal brauche ich einwandfreie Nachweise des Frühlings, dass er sich in unseren Gefilden niedergelassen hat und nicht nur bisschen vorbei schaut, ob alles für die Tante Winter bereit ist.

Da kann ich ja gar nicht zugeben, dass ich schon fürchterlich ungeduldig bin und meinen Hipster-Rasenporsche ausprobieren möchte. Bericht folgt.


A-Cruisin

“I don’t think I want to drive a car right now,” I am honest, once more. “And anyway, when you have to leave for work again, I won’t have a car anyway, so I do need to find out my personal means of occasional escape from the village in any case.”

“Yeah, I don’t think we should buy a second car,” he agrees.
“Nope! Life is busy enough as it were, so: let us not. But maybe I could … buy a moped? I know how to ride one, I learnt it as a child.” I did. Don’t ask.
“That could be a good idea … how about a pedelec? You could pedal it whenever you want to and if you needed to arrive somewhere unsweaty, you could let it ride you.”

“Oh wow, what a great idea! I could e-ride the 10 km to see my gynaecologist and then pedal back home, as a reward. And if things get rough, I can still call a taxi. Surely there are taxis to be had even in our tiny village?”

“I guess so.”

“Anyway, I love the idea of me being this High-Power Cycling Lady from the village! And till I buy the pedelec, I’ll just use my trusty Hipsterporsche…”


Schnipp, Schnipp…. errr, wie jetzt?

Wenn es wirklich darauf ankäme, die pure Wahrheit zu sagen, würde ich sofort zugeben, dass ich nicht an Horoskope glaube. Woran ich aber auf jeden Fall glaube, ist ein System von unterschiedlichen Entitäten, das mir Unterhaltung bietet, zur Not die selbstproduzierte.

Ich schneide die ersten zehn Harlekinweidenäste ab, als mich das Gefühl überfraut, ich wisse doch gar nicht, wie das mit Bäumescheiden gehe. Was genau mache ich denn hier und wie genau sollte ich es machen?!?

Dabei habe ich das mit dem Garten schon noch recherchiert, nur halt für viele Pflanzen auf einmal, und jetzt bin ich gar nicht sicher, ob ich mich richtig erinnere, was ich mit den Weiden anstellen sollte, damit sie die schönen Blätter bekommen und niemand im Dorf über mich lacht.

Also nix wie wichtig um sich schauen, Schere weg und im Wintergarten heimlich Video gucken. Wie man im Frühjahr eine Harlekinweide zurückschneidet.

Danach sehe ich zu, dass ich beim Schneiden zuversichtlich aussehe, und schneide einfach. Die Weide nimmt das Schneiden kaum übel, frau darf volle Kanne zulangen, heißt es im Video.

Was ich am Ende aber doch nicht tue. So wie ich meine Haare nur bis zu einer bestimmten Länge abschneide, bin ich auch nicht bereit, aus den Weiden was Kleines, Knotiges, Amputiertes zu machen. Ist bestimmt ein Fehler, aber bei meiner Methode tun die Weiden wenigstens geliebt ausschauen, finde ich.

Ich nehme mir trotzdem vor, genau zu beobachten, was mein Schnitt verursacht hat und nächstes Jahr Anpassungen vorzunehmen. Frau schneidet nur einmal im Leben das erste Mal im Leben Bäume, danach muss Wissen her.

Ach so, und was hat das mit Horoskop zu tun? Irgendwann denke ich erstaunt: Sowas Bescheuertes machen nur Schützegeborene.


New Ground Beneath Our Feet

The truth is, I am not an avid searcher of own-guilt reasons. I just pretend to be, to make my conversations with my love more dramatic, hoping that makes them somehow interesting. I bet you would, too, if you worked as a stay-at-home translator and had no real topics to converse about:

“It’s all my fault, of course. Remember how I always mourned the fact that the floor in our Southern Home was relatively new and I was too cheap to consider removing it for a brand new AND more pleasing one? Now, here we go: our Northern Home is full of what must be called Pukey, a textile floor of the denominated color I can only look at for a few more days, before we finally need to install a better one.”

“Except for the fact we’ve never done anything like that.”

“Yeah. Let’s see what our brand new Youtube education is worth, then.”

To be undramatically honest, I am surprised and overjoyed at the results of our hard, hard, hard weekend work.


Früh sorgt sich.

Aha. Korkenzieherhaselnuss. Kartoffelrose. Alpenrose. Lebensbaumhecke. Harlekinweide. Schilfrohr. Bienenweide.

Was haben wir getan?
Ich meine: Wie soll das alles überleben, wenn ich noch nie einen Garten hatte?

Als erstes mache ich das, was ich immer mache: im Internet suchen.
Als nächstes folgen die Notizen.

Und die Pflanzen, die sich nicht an meine Notizen halten, werden durch bravere ersetzt.

So einfach ist das natürlich nicht.

Aber ich lerne gern.

Und wir haben erst Januar.


Der Kaiserstuhl. 62 km. In 24 Stunden.

Oh, guck! Schon wieder die mit ihrer 24-Stunden-Wanderung! War am … 10 August? Das ist ja am Samstag … Benefiz-Wanderung … Kaiserstuhl … da war ich noch nie …erm … möchtest du?

Ja.

 

Und so einfach ist frau wieder an allem schuld, nur weil sie dem Mann Geschichten von/aus dem Instagram erzählen wollte, wie immer am Wochenende.

Auch diesmal ging es herrlich aus, die Schuld.

Meistens habe ich es gemieden, während der Wanderung den anderen zu erzählen, 27 km seien mein Krakeel-Rekord. Waren ja auch viele echte Wanderer dabei, die schon einiges hinter sich hatten und die laue, dreiviertelmondbeschienene Sommernacht mit ihren interessanten Geschichten fühlten.

Wir begannen also um 13 Uhr in Ihringen, latschten rum wie bekloppt, hatten leckere Pausen mit Kaffee, Obst, Müsliriegel, Wasser …. Das Schwimmen in lokalen Weihern und YOGA nicht zu vergessen. Jep. Wir wurden zwischendurch von der netten A. durch Yoga-Übungen wieder aufgepeppelt und diese nahmen mir so richtig Gewicht von dem Buckel, Müdigkeit aus den Knochen und Falten von dem Gesicht. Nackte Füße im kalten Wasser und Yoga beim Wandern sind ab sofort meine Lieblingssachen des Sommers. Aber wo war ich geblieben? … Latschten rum wie bekloppt, noch bisschen, noch mehr, Abendessen, nette Gespräche, Latschen, Yoga, Latschen, Sonnenaufgang, dann war Frühstück, Yoga, und wir latschten, latschten, latschten … und kamen um 13 Uhr und paar Zerquetschte wieder in Ihringen an. Sekt, Kaffee, Obst, Fotos, Abschied von all den netten Menschen.

Hotel, Kaiserstuhler Wein, schlafen. Am Montag hatte ich bei der Fahrt nach Hause ein riesiges Hormonen-High – ich hoffe, mein Mann hat das Gezwitschere schon längst vergessen.

Diese Wanderung hatte allerdings auch ihre ernste Komponente, denn der Verein, für den wir wanderten und spenden durften, widmet sich jungen Menschen mit Krebs. Und wenn diese erzählen …

Unvergesslich.

– – –

Mal sehen, ob dieses Jahr noch die Challenge Nr. 4 drin ist. Sieht eher nach Stubentigerei aus …

 


Die Murgleiter. 110 km Schwarzwald in 5 Tagen.

Wir haben das Jahr der Challenges.

Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass das auch für unseren ganzen Planeten ein Jahr der Herausforderungen ist, aber das Jahr der Challenges im engeren Sinne gibt es nur bei uns zwei zu Hause. Wir haben es nämlich voriges Jahr als solches ausgerufen.

Dieses Jahr saßen wir dann an einem verregneten Abend in einem Bierzelt und guckten den Menschen aus verschiedenen Epochen der Geschichte zu, wie sie unter den dicken Regentropfen herumeilten, Schwerter oder Böttiche trugen, den Matsch da draußen auf unterschiedlichsten Sohlen bewältigten und auch sonst authentisch nach Mittelalterart zu wirken versuchten.

“Und wenn wir die Paddeltour auf später verschieben und erstmal eine Wandertour machen?”, rutschte es aus meinem biergeschmierten Mund. “Da gibt es doch die …. Mu- Murgtour. Nein, die Murgleiter. Die müsste doch in einer Woche zu machen sein.”

Und da wir an dem Abend zweistimmig beschlossen hatten, auf der Murgleiter zu wandern, änderten wir den Plan auch dann nicht mehr, als wir sahen, dass es 110 km sein werden, für die offiziell 5 Tage veranschlagt waren.

“So eine Wanderung habe ich noch nie gemacht.” gab ich zu. Mein Rekord waren 21 km an einem Tag und dann 7 Tage ganz schlimmes Aua, laut kundgetan “Aber wir schaffen das schon.” (Und wenn nicht, kann ich mich eventuell auf mein Sternzeichen ausreden – soll ganz modern sein, diese Masche; das war der Beitrag des Herrn Hintergedanks. Ein schlauer Bursche, wenn auch bisschen zu sarkastisch für meinen Geschmack.)

Was soll ich sagen, wir haben es geschafft. In sechs Tagen, weil wir einen Tag Pause einlegen mussten, da die Nacht zu heiß zum Schlafen wurde. Ansonsten wären es fünf geworden.

Und nichts ist, wie es war, denn die Frage nach dem nächsten Mal steht plötzlich ganz groß im Raum.

Dass Schwarzwald so ziemlich großartig ist, wussten wir aber schon davor. Und der Fernwanderweg “Die Murgleiter” ist aus vielen Gründen zu empfehlen: Er ist wunderschön, vielseitig, anstrengend genug und problemlos mit dem Zug (und Bus) zu erreichen, sodass man alle fünf Etappen ausschließlich mit Hilfe der öffentlichen Verkehrsmittel beginnen und abschließen kann. Mit bisschen Glück sieht man Feuersalamander, Füchse, Turmfalken, Rehe, Weinflaschen …