That’s A Lot of Poison.

It would seem my plant stocktaking has been successful so far: I now happen to know most of the plants growing around our house and have even written them down, just in time (for cutting and fertilizing, of course).

What I also know now, since plants do not enjoy any data protection and can be wikipediaed, are their official names, their parents and their most important traits. While some of them could be admired as divas (can’t call plants pretentious, sorry), they are also all of them sturdy, self-sufficient, no-nonsense all-rounders, if a bit retro (can’t call plants outdated, either).

What many of them also are, is poisonous as heck. This happens to surprise me. There must have been a time when rhododendron, cherry laurel, lily of the valley or blue cypress were required in any respectable German garden, because they are still so ubiquitous – but had anyone ever told the happy gardeners they were purchasing pure poison?

While we would love to own only plants useful to birds and insects, we do not plan to throw away the plants we got, so I will take care to bring our rhododendra to bloom even though my appreciation for the white and pink flowers is terribly mellow. I do hope plants can’t read me and will simply do their thing.


Tough Thing, This

For a few seconds, I feel queasy. What have I done? I should have done my information work before deciding to come here, regardless of the relative emergency of it all!

The dentist seems to have no shame: “So your teeth is healthy and that’s a good thing, right?!?” He sounds angry. “But it’s not good for me!” He sprays water all over my shirt and I wonder whether he might damage one of my healthy teeth to earn more money with this damn alien. An Ex-Yugoslav with healthy teeth, don’t tell me this is a thing now!

I am actually too stunned to react to this, what with my mouth open and my shirt sprinkled all over with the contents of my mouth, but I do manage to listen carefully after the ordeal, when he suggests a larger treatment he himself has said the month before would be necessary only later, if certain conditions occurred. “But you said last time we should wait till it is necessary,” I stammer and he looks even angrier by the minute. Without explicitly saying so, I get thrown out: “Well. Then this is all!” He glares at me, burning hatred holes in my back while I am hastily leaving the room.

Afterwards, I need a few days to process this crazy shit.


Jetzt aber wirklich.

Das war ja nun wirklich nicht einfach: Da schneidet frau mit zittrigen Händen nach Gutdünken zum ersten Mal die Rosen und zwei Tage später schneit’s. Und weil das nicht dramatisch genug ist, graupelt’s paar Tage lang jeden Tag heftigst drauf.

Wie’s scheint, haben wir was gemeinsam, mein erster Rosenbusch und ich: Wir beide überleben einfach, weil warum nicht.

Die Harlekinweiden hatten auch nur schwarze Spitzen auf den zarten Blättchen, scheinen aber sonst überleben zu wollen: meine Schneidekunst und den Wintereinbruch. Chapeau!

Unsere Vögel haben allmählich begriffen, dass es bei uns Woche für Woche feines Fressi gibt. Dafür haben wir jeden Tag feinstes Vogelkino an zwei Ecken – nicht schlecht, für Hobby-Ornithologen. Das zweite Futterhäuschen habe ich in der Korkenzieherhasel versteckt, um noch mehr Spaß zu haben: Vögel, die um die Haselkorkenzieher rum rennen, um ihre Mahlzeiten einzunehmen.

Auf jeden Fall fange ich aber allmählich mit der richtigen Gartenarbeit an: Buchsbaumkugeln rund schneiden, Dekormulch streuen, Unkraut aus Plattenfugen entfernen, Stiefmütterchen dabei verschonen…

Sicher, bisschen retro sieht’s bei uns schon noch aus. Aber bevor wir Änderungen einführen, wollen wir erstmal schauen, was eigentlich da ist und wie es funktioniert. Und erst dann schneide ich mir eine Buchsbaumgitarre vor der Tür und male die Steine blau an weil Kunst.

Und da ich die heilige Kunst des Wartens praktizieren will: mal schauen, wann wir die beiden Kevine verpflanzen können, wann der Löwenzahn gesät werden kann, ebenso die Bienenweide. Erstmal brauche ich einwandfreie Nachweise des Frühlings, dass er sich in unseren Gefilden niedergelassen hat und nicht nur bisschen vorbei schaut, ob alles für die Tante Winter bereit ist.

Da kann ich ja gar nicht zugeben, dass ich schon fürchterlich ungeduldig bin und meinen Hipster-Rasenporsche ausprobieren möchte. Bericht folgt.


Geografie ist auch wichtig

Endlose Ebene und Strohdächer? Kenn ich. Bin damit aufgewachsen.

Trotzdem ist in Niedersachsen auch alles irgendwie anders: ich habe die ganze Zeit das Gefühl, in einem Wikingerdorf zu wohnen, so wie die Häuser hier aussehen. Unzählige Pferdekoppel, Gänse im Garten und Grünkohlfelder überall gab es in Ostslowenien zu meiner Zeit leider nicht.

Das mag ich sehr: eine neue Landschaft zu bewohnen gefällt mir an sich und bereitet mir viel Freude.

Ob sich unser frisch geschnittener Rosenbusch auch freut, von mir bewohnt zu werden, wird sich noch rausstellen. Zuerst muss der Winter weichen und der tut sich schwer damit.


A-Cruisin

“I don’t think I want to drive a car right now,” I am honest, once more. “And anyway, when you have to leave for work again, I won’t have a car anyway, so I do need to find out my personal means of occasional escape from the village in any case.”

“Yeah, I don’t think we should buy a second car,” he agrees.
“Nope! Life is busy enough as it were, so: let us not. But maybe I could … buy a moped? I know how to ride one, I learnt it as a child.” I did. Don’t ask.
“That could be a good idea … how about a pedelec? You could pedal it whenever you want to and if you needed to arrive somewhere unsweaty, you could let it ride you.”

“Oh wow, what a great idea! I could e-ride the 10 km to see my gynaecologist and then pedal back home, as a reward. And if things get rough, I can still call a taxi. Surely there are taxis to be had even in our tiny village?”

“I guess so.”

“Anyway, I love the idea of me being this High-Power Cycling Lady from the village! And till I buy the pedelec, I’ll just use my trusty Hipsterporsche…”


Plötzlich exponiert

“Ich kann das alles nicht mehr, das ist zuviel Arbeit, ich musste einfach das halbe Grundstück verkaufen.” Der nette Nachbar sieht zugleich traurig und erleichtert aus.

“Im Moment fehlen die Bäume noch, so rein optisch,” bin ich ehrlich, “aber mal sehen, was passiert, wenn wir dann mehr Sonne abbekommen.”

So viele gemischte Gefühle hatte ich seit einiger Zeit nicht mehr: eine ganze Reihe Bäume entlang der Grundstücksgrenze wurde gefällt und die fehlen mir jetzt. Ich fühlte mich so kuschelig versteckt dahinter. Andererseits dürfte es bei uns jetzt viel weniger … Baummaterial auf dem Boden geben und viel mehr Sonne im Hof. Mal sehen, was “mehr Sonne” in Norddeutschland so alles mit sich bringt …

Ein paar Tage später bestelle ich einen bunten Outdoorteppich und einen Balkontisch. “Mal sehen, wieviel wir dann wirklich draußen sitzen, bei der Geruchskulisse,” bin ich ehrlich.

Nicht dass mir Güllegeruch als Pannonierin ein fremdes Konzept wäre, ganz im Gegenteil.


Schnipp, Schnipp…. errr, wie jetzt?

Wenn es wirklich darauf ankäme, die pure Wahrheit zu sagen, würde ich sofort zugeben, dass ich nicht an Horoskope glaube. Woran ich aber auf jeden Fall glaube, ist ein System von unterschiedlichen Entitäten, das mir Unterhaltung bietet, zur Not die selbstproduzierte.

Ich schneide die ersten zehn Harlekinweidenäste ab, als mich das Gefühl überfraut, ich wisse doch gar nicht, wie das mit Bäumescheiden gehe. Was genau mache ich denn hier und wie genau sollte ich es machen?!?

Dabei habe ich das mit dem Garten schon noch recherchiert, nur halt für viele Pflanzen auf einmal, und jetzt bin ich gar nicht sicher, ob ich mich richtig erinnere, was ich mit den Weiden anstellen sollte, damit sie die schönen Blätter bekommen und niemand im Dorf über mich lacht.

Also nix wie wichtig um sich schauen, Schere weg und im Wintergarten heimlich Video gucken. Wie man im Frühjahr eine Harlekinweide zurückschneidet.

Danach sehe ich zu, dass ich beim Schneiden zuversichtlich aussehe, und schneide einfach. Die Weide nimmt das Schneiden kaum übel, frau darf volle Kanne zulangen, heißt es im Video.

Was ich am Ende aber doch nicht tue. So wie ich meine Haare nur bis zu einer bestimmten Länge abschneide, bin ich auch nicht bereit, aus den Weiden was Kleines, Knotiges, Amputiertes zu machen. Ist bestimmt ein Fehler, aber bei meiner Methode tun die Weiden wenigstens geliebt ausschauen, finde ich.

Ich nehme mir trotzdem vor, genau zu beobachten, was mein Schnitt verursacht hat und nächstes Jahr Anpassungen vorzunehmen. Frau schneidet nur einmal im Leben das erste Mal im Leben Bäume, danach muss Wissen her.

Ach so, und was hat das mit Horoskop zu tun? Irgendwann denke ich erstaunt: Sowas Bescheuertes machen nur Schützegeborene.


Doch!

Mensch, bin ich doof! Findest du doch bestimmt auch.

Nein, warum sollte ich?

Na, zuerst habe ich die Orchidee noch im Auto aus dem Topf gezogen und die Erde überall verstreut, dann habe ich mit lecker Müll gekleckert und jetzt trinke ich Whiskey aus dem Bierglas.

Ist doch alles normal? Kommt schon mal vor?


Winter Stress Test. Hm.

It certainly sounded like a high. A weathergasm par excellence: “It will be very, very, very cold. There will be much snow, as much as 40 cm are possible. And let us not forget the wind: there will be very, very strong gusts of cold, cold wind, causing very high snow banks in places. And it will get even colder, even windier and even snowier.”

Something like that.

I am OK with some real winter – haven’t had one in ages and tend to like it. We are now happy owners of a snow shovel, we have enough wood, rags and food in the house, should things go awry, and what’s wrong with a lot of snow? I mean, I practically spent all my winters outside playing in the snow as a child and loved all of them a lot.

Turns out a lot can go wrong.

Turns out our Northern Abode isn’t really ready for real winters yet.

First, we had ice inside the entrance door. OK, so we need to weatherstrip our door and renew the weatherstripping on most of the windows. Will do. For now, I can just scratch away the ice. OK.

Which was when water started pouring down the wooden beams of our lovely winter garden. What the?!?!?

Turned out the snow in the rainwater gutter had frozen and the thawing snow beneath it was trapped, so it took flight the only way it could. Into our winter garden. As there is no way anyone can drop by right now to save us from this Niagara situation, we’ve been using and emptying big plastic boxes and wiping, wiping, wiping. Luckily, I am too tight-fisted to throw away old towels, sheets or even unused freezer boxes, which is why the situation went from chaotic downpours to channeled currents very soon.

Hm.


Wild North

“There are?!? Oh, that’s great! I’ll put out a bowl with a steak to attract one!”

Our nice DHL man is skeptical: “Maybe you should ask your significant other about that first.”

So I did: “Well yes, I would mind if you gave my steak to a wolf,” explained my husband patiently, “but I would also love to see one.”

Turns out I don’t need to sacrifice a steak: wolves are often seen in our neck of the woods. It also turns out many farmers hate the idea, which is why I decide to keep my excitement about the Ysengrimus to myself. You don’t want to make farmers in your village angry.

There’s even a Wolf Center nearby and while it is not really a pleasure to watch the wolves all caught up and enclosed, howling with them was … wow. You know the credit card claim.